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Eigenbluttherapie Säuglingsernährung im ersten Halbjahr
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Infektanfälligkeit

Viele Kinder leiden besonders in den Wintermonaten unter häufigen Infekten der oberen Luftwege. Dies ist ein normaler und notwendiger Vorgang, da die Kinder durch die Infekte ihr Immunsystem trainieren. Hierbei handelt es sich überwiegend um leichte Infekte der oberen Luftwege wie Husten und Schnupfen (sog. "Erkältungskrankheiten"), die auch ohne jede Therapie wieder ausheilen. Bis zu 12 Infekte pro Jahr gelten als normal für ein Kleinkind. Sollte jedoch die Zahl der Infekte wesentlich höher liegen, oder treten immer wieder Infekte auf, die den Einsatz von Antibiotika erfordern, kann es sinnvoll sein, das Immunsystem durch naturheilkundliche oder homöopathische Maßnahmen zu stärken.

Frische Luft ist eines der wichtigsten Heilmittel für infektanfällige Kinder! Ihr Kind sollte sich täglich mindestens 2 Stunden im Freien bewegen bzw. im Kinderwagen spazieren gefahren werden. Dies gilt für alle Wetterlagen, bei Kälte und Regen in entsprechender Kleidung. Die Temperatur im Schlafzimmer sollte 19°C nicht übersteigen. Das Schlafzimmer muss vor dem Zubettbringen des Kindes gut gelüftet werden, eventuell nachts das Fenster offen lassen. In den Räumen, in denen das Kind sich aufhält, darf nicht geraucht werden. Auch tagsüber sollte die Raumtemperatur unter 20°C liegen. Die Heizungsluft trocknet die Schleimhäute aus und führt zu einer erhöhten Infektanfälligkeit - deshalb lieber etwas weniger heizen und dem Kind dafür einen warmen Pullover anziehen, wenn es friert. Dies gilt in besonderem Masse auch für Räume, in denen sich viele Kinder aufhalten, wie z.B. Kindergärten.
Sinnvoll sind auch abhärtende Maßnahmen wie Kneipp-Güsse oder Sauna. Eventuell kann eine Klimaveränderung zum Meer- oder Gebirgsklima helfen.

Eine unspezifische Abwehrsteigerung kann in manchen Fällen durch Medikamente erreicht werden, hier kann z.B. Echinacea eingesetzt werden. Am einfachsten und preisgünstigsten wird es als homöopathische Zubereitung gegeben (Echinacea Globuli D2). Wie alle homöopathischen Medikamente sollte es in der gleichen Potenz nicht länger als ca. 2 Wochen gegeben werden.

Wenn eine Abwehrschwäche nach dem gehäuften Einsatz von Antibiotika auftritt, kann es sinnvoll sein, die Darmflora wieder neu aufzubauen. Hier werden Präparate eingesetzt, die vermehrungsfähige Darmbakterien enthalten. Der Kinderarzt wird entscheiden, welches Präparat im Einzelfall sinnvoll ist.

Auch eine Eigenbluttherapie kann bei Infektanfälligkeit helfen. Hier wird aus einem Tropfen Blut Ihres Kindes durch homöopathische Potenzierung ein Medikament hergestellt, welches genau auf die Abwehrlage des Kindes abgestimmt ist. Dies wird dann als Tropfen regelmäßig nach Anweisung eingenommen.

In vielen Fällen hilft die klassische homöopathische Therapie bei einer erhöhten Infektanfälligkeit. Da diese Mittel sorgfältig auf die Konstitution des Kindes abgestimmt werden müssen, ist hierfür in der Regel ein ausführliches Vorgespräch (homöopathische Erstanamnese) erforderlich. Das Mittel wird in einer höheren Potenz üblicherweise nur einmalig gegeben, eine Wiederholung kann nach einigen Wochen erfolgen.

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Fieber

Gesunde Kinder haben eine Körpertemperatur zwischen 36,5°C und 37,8°C. Liegt die Körpertemperatur zwischen 37,8°C und 38,5°C, hat das Kind erhöhte Temperatur. Über 38,5°C Körpertemperatur spricht man von Fieber, über 39,5°C von hohem Fieber.

Es gibt viele Ursachen für Fieber bei Kindern. Bereits eine Erhöhung der Außentemperatur (warmes Zimmer, dicke Decke oder Sauna) führt zu einer Erhöhung der Körpertemperatur. Auch wenn direkt nach Sport oder nach dem Herumtoben Temperatur gemessen wird, werden oft kurzfristig erhöhte Werte festgestellt. Die häufigste Ursache jedoch für Fieber im Kindesalter sind Infekte durch Viren oder Bakterien. Die Temperaturerhöhung bewirkt, dass der Körper seine Abwehrkräfte mobilisiert und selbst den Infekt bekämpfen kann. Viren und Bakterien können sich bei höheren Temperaturen schlechter vermehren als bei normaler Körpertemperatur. Fieber ist eine der wichtigsten körpereigenen Abwehrreaktionen gegen eine Vielzahl von Infektionen, und sollte deshalb nicht routinemäßig durch fiebersenkende Maßnahmen unterdrückt werden!
Vor allem bei kleineren Kindern muss allerdings die Ursache des Fiebers möglichst bald durch den Kinderarzt geklärt werden. Bei unklarem Fieber ist auch immer die Untersuchung einer Urinprobe wichtig, da bei ca. 10% dieser Kinder eine Entzündung der Harnwege die Ursache ist. Bei Kindern in den ersten beiden Lebensjahren lässt sich die Urinprobe leicht durch spezielle selbstklebende Urinbeutel (Apotheke, Kinderarztpraxis) gewinnen.
Viele Kinder sind auch bei hohem Fieber in ihrem Allgemeinzustand nicht sehr beeinträchtigt. Eine strenge Bettruhe ist dann nicht erforderlich, anstrengende körperliche Aktivitäten sollten allerdings vermieden werden. Wenn das Kind nicht friert, wird leichte Kleidung oder eine dünne Bettdecke oft angenehmer empfunden als zu dicke Kleidung. Die meisten fiebernden Kinder haben keine Appetit - auch dies ist eine normale Abwehrreaktion des Körpers, da ein krankes Kind Nährstoffe schlechter aufnehmen kann. Wichtiger als das Essen ist Trinken - fiebernde Kinder brauchen viel Flüssigkeit, am besten in Form von Wasser oder Tee.
Fiebersenkende Maßnahmen können sinnvoll sein, wenn das Kind durch das Fieber sehr beeinträchtigt ist. Wenn die Füße des Kindes warm sind, hilft ein Wadenwickel. Hierfür werden zwei Tücher mit lauwarmem Wasser getränkt und um die Unterschenkel des Kindes gewickelt, darüber kommt ein trockenes Wolltuch oder auch Wollstrümpfe. Wenn der Wickel warm geworden ist, was meist nach ca. 10 Min. der Fall ist, wird er erneuert, so lang bis die Körpertemperatur gefallen ist. In ähnlicher Art kann auch ein Brustwickel durchgeführt werden.
Auch durch homöopathische Medikamente kann Fieber bei Kindern behandelt werden. Aconitum wirkt bei Beginn eines Infektes, bei plötzlich auftretendem hohen Fieber, ohne Schweiß, oft begleitet von starker Unruhe und Angst. Wenn das Fieber plötzlich auftritt und mit einem roten Gesicht und starkem Schweiß einhergeht , passt Belladonna. Fieberhafte Infekt mit eher mäßigem Fieber und allmählichem Verlauf werden mit Ferrum phosphoricum behandelt.
In der schulmedizinischen Behandlung wird gegen Fieber vor allem Paracetamol eingesetzt, das Kindern in Form von Zäpfchen, Saft oder auch Tabletten gegeben werden kann. Auch Ibuprofen steht mittlerweile für die Behandlung von Kindern als Saft zur Verfügung. Acetylsalicylsäure ( Wirkstoff von Aspirin) darf bei Kindern nur nach Rücksprache mit dem Kinderarzt eingesetzt werden, da hier in seltenen Fällen schwere Komplikationen bis zum Leberversagen (sog. Reye-Syndrom) auftreten können.

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Impfungen

Impfungen dienen dem Schutz des Menschen vor bestimmten Krankheiten, die entweder schlecht oder gar nicht durch die moderne Schulmedizin behandelt werden können und zu schweren Komplikationen bis zum Tod des Menschen führen können. Während bei einer passiven Impfung nur die Abwehrstoffe des Körpers (sog. Antikörper) gespritzt werden und hierdurch nur ein vorübergehender Schutz von wenigen Wochen erreicht werden kann, werden bei der aktiven Impfung abgeschwächte Krankheitserreger oder Teile des Erregers verwendet, um hierdurch eine langanhaltende, im Idealfall lebenslange Immunität zu erreichen. Durch die aktive Impfung wird die Infektion im Körper in einer abgeschwächten Form durchgemacht, so dass der Mensch selbst Antikörper bildet und im Fall einer Infektion mit dem Wildvirus oder Bakterium dieses gezielt abwehren kann. Wenn über Impfungen bei Kindern gesprochen wird, sind meistens aktive Impfungen gemeint.

Impfungen haben - wie alle Medikamente- auch Nebenwirkungen. Eine Reihe von Nebenwirkungen sind bekannt und ohne weiteres auf die Impfung zurückzuführen, wie z.B. Rötung an der Injektionsstelle oder Fieber nach Impfung. Dies sind üblicherweise harmlose und selbstlimitierende Symptome. In anderen Fällen, wenn z.B. ein Neurodermitisschub oder eine Entwicklungsverzögerung nach einer Impfung auftritt, ist die Kausalität oft schwierig zu beweisen oder zu widerlegen. In wissenschaftlichen Studien lässt sich vielleicht nachweisen, dass diese Komplikationen nicht gehäuft nach Impfungen auftreten. Trotzdem könnte im Einzelfall bei diesem einen Kind die Impfung genau diese Nebenwirkung ausgelöst haben. Auch die Frage, ob es denn sinnvoll und erstrebenswert ist, das Kind vor möglichst allen ansteckenden Krankheiten durch Impfungen zu schützen, kann uns die Wissenschaft nicht endgültig beantworten. So gibt es auf der einen Seite die eindeutigen Ergebnisse, die den Nutzen einer bestimmten Impfung belegen. Dies gilt z.B. für die HIB-Impfung (Hämophilus influenzae B), die Kinder vor Erkrankungen wie Meningitis (Hirnhautentzündung) und Epiglottitis (Kehldeckelentzündung) schützt. Andererseits gibt es auch Hinweise, dass es durchaus sinnvoll sein kann, wenn ein Krankheitserreger weiterhin in der Bevölkerung zirkuliert und nicht durch eine Impfung ausgerottet wurde. So weiß man mittlerweile, dass Erwachsene durch den ständigen Kontakt mit dem Varizellenvirus, also durch Kontakt mit an Windpocken erkrankten Kindern, vor der unangenehmen Folgekrankheit der Windpocken, nämlich der Gürtelrose, geschützt sind.

Und auch in der Allergieprävention sprechen mittlerweile viele Studien dafür, dass das häufige Durchstehen von Infektionskrankheiten vor dem Auftreten von Allergien schützt. Ob hier nur die sogenannten banalen Atemwegsinfekte durchgemacht werden sollen, oder auch impfpräventable Krankheiten wie Masern- das ist eine offene Frage, die jedes Elternpaar nach einem ausführlichen Gespräch mit dem Kinderarzt selbst entscheiden sollte. In Deutschland gibt es keine Impfpflicht, es gibt jedoch Impfempfehlungen, die von einer Impfkommission (STIKO) entwickelt und jeweils an die neuesten wissenschaftlichen Empfehlungen angepasst werden. Im Einzelfall kann nach dem Impfgespräch von der offiziellen Impfempfehlung abgewichen und ein auf das Kind abgestimmter individueller Impfplan aufgestellt werden.

Nur gesunde Kinder sollten geimpft werden, deshalb wird das Kind vor jeder Impfung nochmals untersucht, ob es infektfrei ist . Eventuell kann zu der Impfung auch ein homöopathisches Mittel gegeben werden, um Impfreaktionen zu verhüten oder abzuschwächen. Am Tag der Impfung sollten größere Kinder keinen Leistungssport mehr treiben. Falls nach der Impfung ungewöhnliche Symptome beobachtet werden, die über das Maß der normalen Impfreaktion hinausgehen, sollte baldmöglichst Kontakt mit dem Kinderarzt aufgenommen werden. Impfreaktionen lassen sich oft gut homöopathisch behandeln.

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Windpocken (Varizellen)

Windpocken sind eine hochansteckende Kinderkrankheit, die vor Einführung der Impfung mindestens 90% aller Menschen in den ersten 14 Lebensjahren durchmachten. Die Krankheit wird durch ein Virus hervorgerufen, das durch Tröpfcheninfektion oder auch durch den Luftzug übertragen werden kann, daher kommt auch der Name "Windpocken". Nach einer Inkubationszeit (Zeit zwischen Ansteckung und Ausbruch der Krankheit) von durchschnittlich 14-16 Tagen kommt es zu einem bläschenförmigem, stark juckendem Ausschlag am gesamten Körper. Besonders heftig sind oft der Genitalbereich und der behaarte Kopf befallen. In den ersten Krankheitstagen kann auch Fieber auftreten, meistens sind die Kinder aber in ihrem Gesamtzustand wenig beeinträchtigt. Die Krankheit ist bereits 1-2 Tage vor Beginn des Ausschlags ansteckend, die Ansteckungsfähigkeit endet üblicherweise eine Woche nach dem ersten Auftreten der Bläschen. Bei Juckreiz können auf die Bläschen juckreizstillende und austrocknende Lotionen aufgetragen werden. Homöopathisch hilft z.B. Rhus toxicodendron, Mezereum oder Malandrinum - der homöopathisch tätige Kinderarzt wird im Einzelfall entscheiden, welches Mittel eingesetzt wird. Komplikationen sind bei Windpocken im Kindesalter selten. In Einzelfällen können nach Windpocken Entzündungen des Kleinhirns oder seltener des Gehirns auftreten, die meist eine sehr gute Prognose haben. Bakterielle Entzündungen der Haut, die oft durch Kratzen der Bläschen hervorgerufen werden, können durch adäquate juckreizstillende Medikamente meistens vermieden werden. Problematisch ist eine Windpockenerkrankung jedoch in der Schwangerschaft sowie um den Zeitpunkt der Geburt herum, hier können schwere Behinderungen und Erkrankungen des Kindes auftreten. Auch für Menschen mit einem geschwächten Immunsystem ( z.B. Krebspatienten unter Chemotherapie, AIDS-Patienten) stellen Windpocken eine große Gefahr dar. Erwachsene erkranken an Windpocken meistens schwerer als Kinder, hier treten mehr Komplikationen auf und der Verlauf ist insgesamt eher langwierig. Deshalb ist es durchaus wünschenswert, dass Windpocken bereits im Kindesalter überstanden werden.

Windpockenimpfung: Seit 2006 wird die Impfung gegen Windpocken für alle Kleinkinder im 2. Lebensjahr empfohlen. Ein Grund für die generelle Impfempfehlung - neben der Verhütung von Krankheitskomplikationen- waren ökonomische Abwägungen, da windpocken-erkrankte Kinder den Kindergarten nicht besuchen dürfen und dies zu erhöhten Betreuungskosten durch die Angehörigen für die gesetzlichen Krankenkassen führt. Problematisch ist jedoch die Dauer des Impfschutzes, über die keine gesicherten Aussagen möglich sind. Untersuchungen aus Amerika, wo seit ca. 15 Jahren die Varizellenimpfung recht konsequent durchgeführt wird (Kindergarten- und Schulbesuch sind oft an durchgeführte Impfungen gekoppelt), zeigen ein deutliches Nachlassen des Impfschutzes in Abhängigkeit vom Abstand zur Impfung. Dies wird vermutlich zu einer Verschiebung der Windpockenerkrankung in ein höheres Lebensalter führen und damit zu einer Zunahme der Komplikationen. Seit 2009 wird nun auch in Deutschland eine zweite Varizellenimpfung empfohlen, um einen besseren Langzeitschutz zu erreichen. Genaue Daten liegen hierüber aber noch nicht vor.

Der häufige Kontakt mit dem Varizellenvirus, den wir alle noch durch die Begegnung mit an Windpocken erkrankten Kindern haben, stimuliert unser Abwehrsystem offensichtlich auch immer wieder aufs Neue, ausreichend Abwehrstoffe gegen das Virus bereit zu halten. Dies schützt nicht nur vor einer erneuten Infektion mit Windpocken, sonder vermutlich auch vor der gefürchteten Reaktivierung des Virus in Form einer Gürtelrose. Der Einfluss der Impfung auf die Häufigkeit der Gürtelrose ist unbekannt, denkbar ist eine Zunahme durch den fehlenden Boostereffekt durch Kontakt mit dem Windpockenvirus. Die Industrie hält für diesen Fall schon einen Impfstoff gegen Gürtelrose bereit… Die Varizellenimpfung soll nach Empfehlung der STIKO (Ständige Impfkommission) zeitgleich mit der Masern-Mumps-Rötelnimpfung im 2. Lebensjahr durchgeführt werden. Ein 4-fach Impfstoff ist auf dem deutschen Markt erhältlich, führt aber vor allem bei der ersten Impfung gehäuft zu Fieberkrämpfen. Aus diesem Grund wird der 4-fach Impfstoff in meiner Praxis nicht mehr eingesetzt, ich führe die Impfung gegen Varizellen, wenn sie gewünscht wird, zeitlich versetzt zur Masern-Mumps-Röteln-Impfung durch.

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Zecken

Zecken gehören zur Familie der Spinnentiere und können durch ihren Biss verschiedene Infektionskrankheiten auf den Menschen übertragen. Im Lauf ihrer Entwicklung muss die Zecke drei Blutmahlzeiten zu sich nehmen, um jeweils in das nächste Entwicklungsstadium zu gelangen. Hierzu erklettert die Zecke Gräser oder Büsche bis zu einer Höhe von ca. 1,50 m und lässt sich von vorbeigehenden Tieren oder Menschen abstreifen. Je nach Entwicklungsstadium hat die Zecke nüchtern eine Körperlänge von 1,2 mm - 4,8 mm, vollgesogen können Körperlängen bis 12 mm erreicht werden. Beim Saugen können Krankheitserreger aus den Speicheldrüsen der Zecke in den Menschen gelangen und im wesentlichen zwei verschiedene Krankheiten auslösen:

Die FSME (Frühsommer-Meningoencephalitis) wird durch ein Virus ausgelöst. Das FSME-Virus wird nur in bestimmten Gebieten übertragen, wesentliche Verbreitungsgebiete in Deutschland sind in Baden-Württemberg und Bayern (weitere Angaben unter www.rki.de). In diesen sogenannten Risikogebieten sind ca. 1-5% der Zecken mit dem Virus infiziert. In Höhen über 1000 m werden keine infizierten Zecken gefunden. Nach dem Stich einer infizierten Zecke treten bei ca. 30% der Menschen nach 7-14 Tagen Krankheitszeichen auf. Die FSME verläuft zunächst wie eine grippeähnliche Erkrankung mit Fieber, Kopfschmerzen und Schwindelgefühl. Danach ist die Erkrankung bei den meisten Patienten überstanden, nur bei etwa 10% treten nach einem symptomfreien Intervall Zeichen einer Meningoencephalitis (Entzündung von Gehirn und Hirnhäuten) auf, die zu bleibenden Schäden im Nervensystem oder sogar zum Tod des Erkrankten führen können. Diese schweren Verläufe wurden fast überwiegend bei Erwachsenen beobachtet. Bei Kindern verläuft die FSME meistens wesentlich gutartiger und heilt fast immer ohne Folgeschäden aus. Nur in 20-40% der erkrankten Kinder treten vorübergehende neurologische Funktionsstörungen auf. Bleibende neurologische Ausfälle (z.B. Konzentrationsstörungen) wurden nur in Einzelfällen beschrieben. Zur Vorbeugung der FSME kann eine Impfung durchgeführt werden (sog. "Zeckenimpfung"). Diese Impfung kann empfehlenswert sein, wenn ein längerer Aufenthalt in den FSME-Hochrisikogebieten geplant ist. Bei Kindern sollte die Entscheidung zur FSME-Impfung besonders gut überdacht werden, da die FSME im Kindesalter überwiegend leicht verläuft und so das Risiko einer Impfnebenwirkung unter Umständen größer ist als das der Erkrankung selbst. Nach FSME-Impfung treten bei bis zu 15% der geimpften Kinder Nebenwirkungen auf in Form von Fieber, Schmerzen an den Impfstellen sowie Gliederschmerzen, in Einzelfällen auch neurologische Folgeerscheinungen.

Auch die Borreliose wird durch Zecken übertragen. Im Gegensatz zur FSME können jedoch hier die Gebiete der mit Borrelien befallenen Zecken nicht eingegrenzt werden. Ca. 0-40% der Zecken sind mit Borrelien infiziert. Die Infektionsrate nach einem Stich durch eine Zecke beträgt etwa 10%, jedoch nur etwa 2-4% der Patienten entwickelt eine manifeste Borreliose. Die Erkrankung verläuft in verschiedenen Stadien und kann verschiedene Organe befallen. Oft werden Hautsymptome, meistens in Form des sogenannten Erythema migrans (Wanderröte) beobachtet. Hierbei treten 1-3 Wochen nach dem Biß ringförmige rote Hautveränderungen um die Zeckenbißstelle herum auf. Häufig werden auch meningitische Zeichen sowie Nervenlähmungen bei einer Borreliose beobachtet, insbesondere im Kindesalter ist eine Gesichtslähmung oft auf eine Borreliose zurückzuführen. Auch Gelenkerkrankungen sowie selten auch Beteiligungen des Herzens und der Augen wurden bei der Borreliose beobachtet. Im Kindesalter ist die Borreliose meistens eine akute Erkrankung mit guter Prognose. Die Behandlung der Borreliose erfolgt üblicherweise durch Antibiotika. Eine Impfung ist nicht möglich.

Die wichtigsten vorbeugenden Maßnahmen, die sowohl vor der FSME als auch vor der Borreliose schützen, sind der Schutz vor Zeckenbissen und die frühzeitige Entfernung von Zecken. Durch entsprechende Kleidung (festes Schuhwerk, lange Hosen) lässt sich mancher Zeckenstich vermeiden, auch das Auftragen von Insektenschutzmitteln bietet einen gewissen Schutz. Da das Risiko der Übertragung von Erregern von der Zecke auf den Menschen mit zunehmender Länge des Saugaktes zunimmt, sollten alle Zecken frühzeitig entfernt werden. Hierzu wird die Zecke mit einer Pinzette möglichst tief über der Haut erfasst und vorsichtig, eventuell unter Drehbewegungen, herausgezogen. Eine spezielle Zeckenpinzette erleichtert die Arbeit. Falls Reste der Zecke in der Haut verbleiben, handelt es sich meistens um Teile der Mundwerkzeuge, die üblicherweise in den nächsten Tagen von selbst aus der Haut abgestoßen werden.

Zur homöopathischen Behandlung nach Zeckenbiss kann Ledum eingesetzt werden.

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Homöopathie

Die Homöopathie ist eine Behandlungsmethode, die auf den deutschen Arzt Samuel Hahnemann (1755-1843) zurückgeht. Sie beruht auf dem Prinzip, dass ein Medikament, welches am Gesunden bestimmte Symptome und Krankheitszeichen hervorruft, genau diese Krankheitszeichen beim Patienten heilen kann. Die Medikamente, die eingesetzt werden, sind üblicherweise pflanzlichen, mineralischen oder tierischen Ursprungs. Um ihre arzneiliche Wirkung zu ermöglichen, werden die Ausgangsstoffe nach bestimmten Verfahren potenziert, d.h. verdünnt und verschüttelt. Die sogenannten D-Potenzen, die in Deutschland üblich sind, werden jeweils im Verhältnis 1:10 potenziert, wobei die nachgestellte Zahl die Anzahl der Potenzierungsschritte angibt. Bei den C-Potenzen beträgt das Verdünnungsverhältnis jeweils 1:100. In der therapeutischen Anwendung ist zwischen C- und D-Potenzen kein großer Unterschied.

Die tiefen Potenzen (bis D- oder C 12) werden vor allem in der Behandlung der akuten Krankheiten eingesetzt und eignen sich auch für die Selbstmedikation. Mittlere (D- und C30) und hohe Potenzen (D-,C 200) und höher sollten nur nach Verordnung oder Rücksprache mit dem homöopathisch ausgebildeten Arzt gegeben werden. Das gleiche gilt auch für die sogenannten LM-Potenzen, bei denen im Herstellungsverfahren ein Wechsel zwischen flüssiger und fester Phase vorgeschrieben ist. Teilweise werden auch Giftstoffe in der Homöopathie eingesetzt wie z.B. Bienen (Apis)- oder Schlangengift (Lachesis), oder auch giftige Pflanzen (z.B. Aconitum=blauer Eisenhut)- diese Mittel sollten erst in Potenzen über D30 oder C12 eingesetzt werden, da in diesen Verdünnungen rechnerisch keine Moleküle des Ausgangsstoffes mehr nachweisbar sind.

Im Prinzip können alle Krankheiten, bei denen der Körper über genügend Selbstheilungskräfte verfügt, homöopathisch behandelt werden. Vor allem Kinder sprechen gut auf eine homöopathische Therapie an. Akute Krankheiten wie z.B. grippale Infekte, Erkältungskrankheiten und Ohrentzündungen lassen sich oft gut homöopathisch behandeln. Der Heilungsverlauf sollte jedoch von einem Kinderarzt sorgfältig überwacht werden, um etwaige Komplikationen rasch zu erkennen und zu behandeln. Aber auch chronische Krankheiten, vor allem Krankheiten aus dem allergischen Formenkreis wie Neurodermitis, Heuschnupfen und Asthma , die ja heutzutage immer häufiger werden, können durch eine homöopathische Behandlung gebessert oder sogar geheilt werden. Die Auswahl des richtigen Medikamentes orientiert sich weniger an der Krankheit und der medizinischen Diagnose, sondern vielmehr am Gesamtzustand des Kindes, wie z.B. Temperament, Stimmung, Hautfarbe, Schwitzen, und an den sogenannten Modalitäten. Hierunter versteht man die Umstände, die die Krankheitssymptome bessern oder verschlimmern, wie z.B. Wärme, Hitze, Tageszeiten und anderes. Üblicherweise wird in der klassischen Homöopathie nur ein Medikament gegeben, dann zunächst die Wirkung abgewartet und erst nach Abklingen der Medikamentenwirkung das Mittel wiederholt oder auch ein anderes Mittel gegeben, wenn sich die Symptome geändert haben. Die Wirkungsdauer der homöopathischen Medikamente liegt zwischen 15 Minuten und vielen Monaten- je nach der gewählten Potenz und dem Krankheitsverlauf. Da vor allem die Hochpotenzen eine langanhaltende und tiefgehende Wirkung haben, sollte vor ihrer Anwendung eine ausführliches Gespräch (homöopathische Erstanamnese) geführt werden, in dem auf die Eigenheiten des Kindes und des bisherigen Krankheitsverlaufes sowie auch auf die biografischen Besonderheiten der Familie eingegangen wird.

Die homöopathischen Medikamente können als Globuli (Streukügelchen auf Zuckerbasis), Tabletten oder als Tropfen gegeben werden. Üblicherweise werden die Kinder mit Globuli behandelt, die diese meistens sehr gerne einnehmen... sogar Kinder, die sich sonst strikt gegen jede Medikamenteneinnahme wehren, können so gut behandelt werden. Die Globuli sollten die Kinder lutschen, da die Wirkstoffe in der Mundschleimhaut am besten aufgenommen werden. Zu Mahlzeiten, auch Getränken und zum Zähneputzen sollte man möglichst einen Abstand von mindestens 15 Minuten, besser 30 Minuten einhalten. Die gleichzeitige Anwendung von ätherischen Dämpfen wie z.B. Erkältungssalben zum Einreiben hebt die Wirkung der homöopathischen Medikamente auf und sollte deshalb vermieden werden.

Obwohl eigentlich nur ein homöopathisches Medikament zur gleichen Zeit gegeben werden soll, lässt sich manchmal im Krankheitsverlauf die Kombination von verschiedenen Mitteln nicht vermeiden. Auch die pharmazeutische Industrie bietet Mischungen von homöopathischen Medikamenten an, die teilweise auch erfolgreich eingesetzt werden können. Bei diesen sogenannten Komplexpräparaten sollte man sich jedoch immer die Auflistung der Inhaltsstoffe genau durchlesen, da viele Präparate giftige Substanzen in tiefen Potenzen enthalten, d.h. der Ausgangsstoff ist noch substantiell nachweisbar. So enthalten viele beliebte und frei verkäufliche Erkältungspräparate Aconitum (blauer Eisenhut- hochgiftige Gartenpflanze) oder Mercurius (Quecksilber- Bestandteil u.a. von Amalgam). Außerdem sind Komplexpräparate häufig in alkoholischer Lösung zubereitet und damit für die Behandlung von Kindern weniger geeignet. Die Therapie mit einem gut passenden Einzelmittel in Form von Globuli ist also bei Kindern meistens der bessere und auch der preisgünstigere Weg. Die Haltbarkeit der Globuli ist unbegrenzt, auch wenn auf dem Fläschchen aus Gründen des Deutschen Arzneimittelgesetzes ein Haltbarkeitsdatum aufgedruckt sein muss. Die homöopathischen Medikamente sollten jedoch trocken und nicht in der ständigen Nähe von Strahlungsquellen (Mikrowelle, Handy, Funktelefon) aufbewahrt werden.

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Homöopathische Reiseapotheke für Kinder

Nicht selten treten im Urlaub Krankheiten auf, die mit den veränderten Lebensbedingungen zusammenhängen und dort sehr belastend sind. Auch im Urlaub lassen sich viele Befindlichkeitsstörungen und Krankheiten gut homöopathisch behandeln. Da die Beschaffung von homöopathischen Medikamenten im Ausland teilweise problematisch und zeitaufwendig sein kann, empfiehlt sich die Mitnahme einer homöopathischen Reiseapotheke. Die folgende Tabelle ist ein Vorschlag für eine solche Reiseapotheke. Im Einzelfall wird Sie der homöopathisch tätige Kinderarzt beraten, welche Medikamente für Ihr Kind sinnvoll und notwendig sind. Falls die Beschwerden sich unter der homöopathischen Behandlung nicht bessern, muss jedoch unbedingt auch am Urlaubsort ein Arzt aufgesucht werden!

Dosierung
Potenzen D3 bis D12: bei akuten Beschwerden häufige Gabe, bis zu stündlich jeweils 5 Globuli, bei nachlassenden Beschwerden Abstände der Gaben verlängern, nach Abklingen der Symptome keine weiteren Gaben mehr. D30: nur Einmalgabe 5 Globuli, wenn nicht anders verordnet.

Durchfall: Okoubaka D3 Erbrechen: Arsenicum album D30
Fieber: Belladonna D12, Ferrum phosphoricum D12 Sonnenstich: Belladonna D12
Sonnenbrand: Cantharis D12 Prellung, Verstauchung: Arnica D30
Blaue Flecken, Blutergüsse: Bellis perennis D6 Schürfwunden: Calendula D4
Zeckenbiß: Ledum palustre D6 Wespen- oder Bienenstich: Apis D30
Schnupfen: Allium cepa D12 Reizhusten: Drosera D12
Zahnungsbeschwerden: Chamomilla D12 Reisekrankheit: Cocculus D12

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Eigenbluttherapie

Bei der Eigenbluttherapie wird dem Patienten Blut entnommen und anschließend nach entsprechender Aufbereitung wieder injiziert. Bei Kindern wird meist eine spezielle Form der Eigenbluttherapie angewendet, bei der das Blut nach homöopathischer Potenzierung als Tropfen oral eingenommen werden kann. Hierfür wird dem Kind aus der Vene Blut entnommen und in einem bestimmten Verhältnis mit einem Alkohol/Wasser-Gemisch versetzt. Anschließend wird es in der Apotheke weiter potenziert, verwendet werden Potenzen zwischen C5 und C18, in seltenen Fällen auch höher. Die Tropfen werden je nach Krankheitsbild und nach Reaktion des Kindes eingenommen. Die Flasche mit dem potenzierten Eigenblut sollte jeweils vor Einnahme nochmals gut geschüttelt werden. Wie bei allen homöopathischen Zubereitungen sollte eine Einnahme der Eigenbluttropfen nicht direkt zu den Mahlzeiten erfolgen, sondern ein Abstand von mindestens 30 Minuten zur Nahrungsaufnahme eingehalten werden. Die Tropfen sollten nicht auf einen Metalllöffel gegeben werden, sondern z.B. auf einen Plastiklöffel. Die Eigenbluttherapie bewirkt bei geschwächter Immunitätslage eine Anregung der körpereigenen Abwehr, bei Allergien eine Reduzierung der überschießenden Abwehrreaktionen. So kann die Eigenbluttherapie erfolgreich bei Abwehrschwäche und chronischen Infekten eingesetzt werden, aber auch bei Neurodermitis, Heuschnupfen oder Asthma bronchiale. In Einzelfällen, vor allem bei Neurodermitis, hat sich auch der Einsatz von Eigenurin bewährt, der entsprechend dem oben beschriebenen Verfahren potenziert eingesetzt wird.

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Gesunde Säuglingsernährung im ersten Halbjahr

In den ersten Lebensmonaten ist Muttermilch die beste Ernährung für gesunde Säuglinge. Sie ist optimal von der Nährstoffzusammensetzung, schützt vor Allergien und Infekten und ist obendrein noch billig. Bei Stillproblemen helfen Hebammen oder Stillberaterinnen, eventuell kann auch eine homöopathische Behandlung oder Akupunktur eingesetzt werden.
Falls das Stillen nicht oder nur eingeschränkt möglich ist, ist die zweitbeste Lösung eine Ernährung mit einer industriell hergestellten Säuglingsanfangsnahrung, die der Muttermilch möglichst ähnlich sein sollte. Diese Anforderung wird am ehesten von den sogenannten "Pre" bzw. "Start"-Nahrungen erfüllt, die Laktose (Milchzucker) als einziges Kohlehydrat enthalten. Diese Babynahrung kann genau wie Muttermilch nach dem Bedarf des Kindes gefüttert werden, es ist nicht zu befürchten, dass die Kinder hierdurch zu dick werden.
Falls das Baby mit dieser Nahrung im ersten halben Jahr wirklich nicht mehr satt wird, kann auf Säuglingsnahrung gewechselt werden, die außer Laktose noch andere Kohlehydrate enthält und dadurch sämiger und sättigender ist (üblicherweise auf den Packungen mit "1"bezeichnet). Am besten ist hier eine Nahrung, bei der als Kohlehydratzusatz nur Stärke verwendet wird. Alle weiteren Zusätze wie z.B. Sacharose, Fruktose und Honig geben der Nahrung einen süßen Geschmack, an den sich die Kinder sehr schnell gewöhnen.
Muttermilch, Pre- oder auch 1-er Nahrungen können im gesamten ersten Lebensjahr als Milchmahlzeiten gegeben werden. Bei den sogenannten "Folgenahrungen" oder "2er Nahrung" , die von den Firmen mit dem Aufdruck "ab 4. Monat" versehen werden, handelt es sich lediglich um eine Kuhmilchverdünnung, bei der der Fettgehalt modifiziert wurde und Vitamine zugesetzt wurden, der ernährungsphysiologische Wert dieser Nahrungen ist zweifelhaft.
Falls allergiegefährdete Säuglinge (mindestens ein Elternteil leidet an einer Allergie wie Heuschnupfen, Neurodermitis oder Asthma) nicht gestillt werden können, sollten in den ersten 6 Monaten mit einer hypoallergenen Säuglingsnahrung ernährt werden (Bezeichnung "HA"). Hier ist das Kuhmilcheiweiß weiter aufgespalten, das Allergierisiko scheint sich durch diese Ernährung zur reduzieren.
Das Selbstherstellen von Säuglingsmilchnahrung ist nicht zu empfehlen, zu schwierig ist das Einhalten der hygienischen Maßnahmen und die Zusammensetzung der Nährstoffe und Vitamine.
In Einzelfällen wie z.B. bei der Allergie auf Kuhmilch muss auf den Einsatz von Säuglingsnahrungen auf Kuhmilchbasis verzichtet werden. Hier ist die beste Alternative eine Ernährung auf Sojabasis, die Industrie bietet hier verschiedene Babynahrungen an. Der Einsatz von Milch anderer Tiere bringt keinen großen Vorteil, da das Milcheiweiß auch bei unterschiedlichen Arten recht ähnliche Strukturen hat. Unbedingt muss auch hier auf den Gehalt der Nahrung an Vitaminen und Nährstoffen geachtet werden. Zur Zeit wird nur eine Säuglingsnahrung auf Ziegenmilchbasis angeboten, die diesen Ansprüchen genügt.

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Gesunde Säuglingsernährung im zweiten Halbjahr

Mit etwa 6 Monaten reicht den meisten Säuglingen die alleinige Ernährung mit Muttermilch oder einer Anfangsnahrung nicht mehr aus. Sie zeigen das, indem sie den Abstand zwischen den Mahlzeiten verkürzen wollen und auch zunehmend mehr Interesse an dem zeigen, was Mutter und Vater auf ihrem Teller haben. Zu diesem Zeitpunkt ist dann auch die Mundmotorik soweit ausgereift, dass die Kinder vom Löffel essen können.
Säuglingsbeikost wird von vielen Firmen im Gläschen fertig angeboten, lässt sich aber auch problemlos selbst zubereiten. In diesem Fall sollten die Zutaten möglichst schadstoffarm sein, diese Vorraussetzungen erfüllen z.B. Lebensmittel aus Bio-Anbau.
Um mögliche Reaktionen oder Unverträglichkeiten von Nahrungsmitteln zu erkennen, sollten vor allem am Anfang der Beikosternährung pro Woche nur ein neuer Nahrungsbestandteil eingeführt werden. Üblicherweise wird mit einer Gemüsemahlzeit mittags begonnen. Karotten schmecken den meisten Säuglingen, aber auch Pastinaken werden wegen des leicht süßlichen Geschmackes von vielen Kindern gerne genommen. Nach und nach können dann andere Gemüsesorten und auch eine Kombination mit Kartoffeln gegeben werden. Beim Selbstzubereiten des Gemüsebreies wird das Gemüse in wenig Wasser gedünstet, fein püriert und etwas Öl (vorzugsweise Rapsöl) hinzugefügt.

Rezept: 150 g Möhren schälen, in feine Stücke schneiden
und in 100 ml Wasser etwa 10 Min. weich dünsten.
Im Mixer oder mit dem Pürierstab fein pürieren, anschließend 1 Teelöffel Rapsöl untermischen.

Um eine ausreichende Versorgung des Kindes mit Eisen sicher zu stellen, kann der Gemüse-Kartoffelbrei ab dem 7. Lebensmonat mit Fleisch angereichert werden, hierfür wird dem Brei pro Mahlzeit ca. 20-30g püriertes Fleisch zugesetzt. Bei einer vegetarischen Ernährung kann das Fleisch durch die gleiche Menge Vollkornhaferflocken ersetzt werden. Da das Eisen aus pflanzlichen Lebensmitteln schlechter aufgenommen wird, sollte dem Brei 1-2 Esslöffel Orangensaft zugesetzt werden, die gleichzeitige Aufnahme von Vitamin C verbessert die Bioverfügbarkeit des pflanzlichen Eisens deutlich.
Ab dem 7.-8. Lebensmonat kann die zweite Milchmahlzeit ersetzt werden, das ist dann üblicherweise die Abendmahlzeit, die durch einen Vollmilch-Getreidebrei ersetzt wird.

Rezept: 20g Grieß oder Vollkornflocken in 200g Vollmilch einrühren,
aufkochen und 3-5 Minuten quellen lassen.
1-2 Esslöffel Obstmus oder -saft unterrühren.

Für allergiegefährdete Kinder kann der Brei auch milchfrei (mit Wasser) zubereitet werden und anschließend die Milchmenge durch Stillen ergänzt werden. Auch eine Zubereitung mit hypoallergener Säuglingsanfangsmílch oder mit Sojamilch statt Vollmilch ist möglich.
Als dritte Mahlzeit wird im 7.bis 9. Monat nachmittags ein milchfreier Getreide-Obstbrei eingeführt.

Rezept: 20g Vollkornflocken ( oder Grieß) mit 90 g Wasser aufkochen,
100g Obstmus (nach Jahreszeit, z.B. Apfel, Birne, Beeren) dazugeben,
zum Schluss 5 g Butter unterrühren.

Ab dem 10. Lebensmonat kann das Kind zunehmend mehr an die Familienernährung herangeführt werden und die meisten Dinge vom Tisch mitessen. Eltern und Kinder sollten nun auch gemeinsam essen, denn auch eine von den Nährstoffen her optimale Mahlzeit schmeckt dem Kind allein nicht so gut wie in der Gesellschaft der Familie. Spezielle "Kinderlebensmittel" dienen in erster Linie dem Wohl der Firma, die sie herstellen, der ernährungsphysiologische Wert dieser Lebensmittel ist zweifelhaft, meistens enthalten sie zuviel Zucker.
Muttermilch kann im gesamten ersten Lebensjahr, aber auch noch darüber hinaus als Milchnahrung gegeben werden, solange wie sich Mutter und Säugling dabei wohl fühlen. Nach dem Abstillen, bei allergiegefährdeten Kindern aber nicht vor dem ersten Geburtstag, können die Kinder ihre Milchmahlzeit als Vollmilch erhalten, alternativ natürlich auch z.B. als Kakao, Bananenmilch oder Ähnlichem. Die von der Industrie hergestellten sog. "Kleinkindnahrungen" bieten keinen Vorteil.
Mit Beginn der Beikost sollten dem Säugling auch Getränke angeboten werden, am besten Wasser oder ungesüßten Fencheltee. Gestillte Kinder trinken oft ungern aus einem Fläschchen und bevorzugen das Trinken aus einer Tasse oder einem Becher.

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